Freiwillige Feuerwehr Wörth

Kontakt:
Obmann Josef Wilfling
Wörth an der Lafnitz 163
8293 Rohr bei Hartberg

Tel.:  0699/11501053

Ein geschichtlicher Rückblick der Freiwilligen Feuerwehr Wörth von den Anfängen im Jahre 1894 bis ins Jahr 2011

Schon seit dem Jahre 1221 gab es Löschhilfebestimmungen in Österreich. Die Feuerlöschordnung für die Steiermark stammt aber erst aus dem Jahre 1722. Erste Anfänge, eine besoldete städtische Löschabteilung von anfangs 24 Mann zu bilden, wurden 1853 gemacht. Da sich diese jedoch nicht bewährte, boten sich 50 Turner als freiwillige Hilfsmannschaft an.

Junge Leute, welche sehr tüchtig, geschickt, aufopferungsvoll und vor allem voll Begeisterung bei der Sache waren, bildeten die Grundlage, uns zwar vorbildich in der ganzen Steiermark, für die erste freiwillige Feuerwehr im Jahre 1865. Andere Orte schlossen sich an, sodaß es 1868 in unserem Heimatland bereits vier freiwillige Feuerwehren gab.

Wie aus schriftlichen Aufzeichnungen hervorgeht, wurde die Freiwillige Feuerwehr Wörth am 1.6.1894 von 29 Männern unter dem Kommando von Bindermeister Johann Sommer gegründet. Als Schriftführer fungierte Herr Johann Mussi, sowie Herr Josef Siegl als Kassier.

1896
Ein Rüsthaus mit zwei Toren und einem Steigerturm wurde erbaut. Es wird heute noch, einige Male renoviert, von unserer Feuerwehr verwendet. Ein Mannschaftswagen und eine Kernreuther Fahrspritze für Pferdebespannung und 200 Meter Schlauch wurden einige Jahre darauf angeschafft.

1912
Am 17. September wurde ein Bezirksfeuerwehrtag abgehalten, Mitgliederzahl vollständig. Bei der Sitzung im Schulhaus sprach Herr Bezirksobmann Haas über das rsche und wackere Eingreifen der Feuerwehr Wörth bei den Bränden Josef Taschner, Nr. 42, und Karl Schalk, Nr. 41, die vollste Anerkennung aus. Von der Wiener Versicherung erhielt man 20 Kronen und von der Beuernversicherung 15  Kronen als Prämie ausbezahlt.

1913
Betreffs eines Vereinsballes wurde beschlossen, auch im laufenden Fasching einen abzuhalten. Entree: 60 Heller. Musk besorgt die Wörther Kapelle um einen Lohn von 50 Kronen und ein Faß Bier zum Eigenpreis.

1914
Herr Wehrhauptmann Neubauer hat die Mannschaft über die Haftpflichtversicherung gründlich belehrt, welchen Zweck dieselbe hat. Der Betrag pro Mann beträgt im Jahre 12 Heller.
Am 17. Juni hat Herr Hauptmann Neubauer bis auf weiteres das Kommando dem Stellvertreter Herrn Hans Gradwohl übergeben.

1915
Bezüglich eines verstorbenen Mitgliedes hat man beschlossen, einen Kranz ein für alle Mal nicht höher als um 10 Kronen und das Band um 2 Kronen anzuschaffen. Bezüglich der haftpflichtversicherung wurde einstimmig beschlossen, dieselbe, pro Mann 12 Heller, nicht einzuzahlen, obwohl wir dieselbe 2 Jahre schon einzahlen.

1916
Herr Vereinsleiter Johann Goger hat mit dem heutigen Tage, bezüglich Einrückung zum Landessturmdienste, das Kommando der Freiw. Feuerwehr Herrn Franz Pieber übergeben.
Am 2.9. Kirchparade für unseren Kameraden Anton Wilfing, welcher 10 Jahre ein tapferes,eifriges, ausübendes Mitglied war, welches am 27. Juni im Felde gegen den Gegner Italien kämpfte, wo er für Kaiser und Vaterland sein Blut und Leben geopfert hat, alle Ehren seiner treuen Leistungen von seinen Kameraden.

1917
Dem neuen Monarchen, Seiner Maj. Kaiser Karl I., wurde eine Huldigungskundgebung gebracht, die stehend von den Anwesenden angehört wurde.
Herr Johann Neubauer beantragte die Errichtung eines Denkmales für verstorbene, im Kampf gefallene Mitglieder.
Infolge Mangel an Petroleum wurde der Lampenwart entlassen.

1919
Herr Wehrhauptmann Neubauer legt sein Amt als Feuerwehrhauptmann nieder. Herr Johann Unger wird zum Hauptmann gewählt, Herr Johann Gradwohl zum Stellvertreter.

1921
Durchnahme sämtlicher Spritzenübungen und Ausgruppierung sämtlicher Schläuche (fast alle Schläuche schadhaft). Betreffs Anschaffung neuer Schläuche wird über Antrag des Herrn Neubauer beschlossen, eine Anleihe bei der hiesigen Raiffeisenkasse zu machen und den Landesfeuerwehrverband um die erforderliche Subvention zu ersuchen, sodaß der Verein nur die 10jährigen Zinsen zu leisten hätte. Franz Pieber jun. 50 verzichtet auf sein Delegiertengeld zugunsten der Vergnügungskasse. Es wird auch beschlossen, den 25jährigen Ehrendiplome zukommen zu lassen und daher diese zu bestellen.

1925
Auf die Fahrspritze wird ein Motor aufgebaut. So ausgestattet ist die Spritze heute noch funktionstüchtig und steht derzeit im Rüsthaus.
Bei der neuwahl wird Herr Johann Gradwohl zum Hauptmann und Herr Rupert Sommer zu weinem Stellvertreter gewählt.
Beim Spritzenhaus werden neue Fenster angebracht. Herr Gradwohl übernimmt diese Arbeit um 60.000 Kronen pro Loch samt Beschlägen. Eine Motorspritze wird von Hartberg liehweise abgeholt. Die Gemeinde wird beschließen, ob die Spritze umgebaut werden soll oder ob eine neue angeschafft wird.

1926
In diesem Jahr wird die Schilling-Währung eingeführt.

1927
Die Mehrzahl der Mitglieder ist für die Trennung der Vereine Wörth und Wörterberg (Sterbeverein). Die Mitglieder von Wörterberg bekommen den Betrag von 50 Groschen samt Zinsen laut Aufnahmebuch und Einzahlung beim ersten Leichenbegräbnis ausbezahlt.
Es wurde auch beschlossen, eine Rettungsabteilung in Wörth zu gründen. Als Chefarzt wurde Herr Dr. Dub in Unterrohr gewählt. 10 Mann wurden in dei Rettungsabteilung gewählt.
Wegen des Ankauf einer Verbandstasche wird die Gemeinde um Zuwendung des nötigen Betrages ersucht.

1935
Wegend er unmöglichen Finanzlage in der Feuerwehrkasse beschließt der Ausschuß, bei der Gemeinde zur Bezahlung der noch fälligen Rechnungen um eine Subvention in der Höhe von 200 Schilling anzusuchen.
Die Versammlung würdigt das Ableben des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß in einer Trauerkundgebung und nimmt den im Fachblatt erschienenen Nachruf in Ergriffenheit entgegen. Weiters wird dem Tode des Hochwürdigen Pfarrers Hrunik als Unterstützungsmitglied gedacht und die Trauer durch Sicherheben von den Sitzen bekundet.

1936
Am 5.4. um 1.35 in der Früh wurde die Feuerwehr zu einem Großfeuer am Stadl des Herrn Maierhofer (Müller) in Wörth alamiert. Als die Feuerwehr am Platze eintraf (1.45) fand sie das ganze Gebäude in Flammen. Da an dem vom Feuer befallenen Objekt nicht mehr viel zu retten war, musste die Wehr mit dem Schutze an den anderen nahen und großen Gebäuden (Mühle, Säge, Wehr und Stallgebäude) beginnen. Hierbei hatte die Freiwillige Feuerwehr auch vollen Erfolg. Die um 3.45 erschienene Freiwillige Feuerwehr aus Wörterberg brachte nicht mehr einzugreifen.

1939
Bei der Hauptversammlung am 19.3. war die Währung Reichsmark. Die erschienenen Mitglieder wurden statt mit "Gute Heil" mit "Heil Hitler" begrüßt. Laut einer Aussprache, welche auf Betreiben des Brandrates im Beisein des Bürgermeisters und des größten Teils der Wehrmitlgieder stattfand, wurde Karl Sommer zum Wehrführer ernannt.

1948
Am 17.5. feierte die Freiwillige Feuerwehr Wörth ihre 50jährige Bestnadsfeier, die am Vorabend durch einen Fakcelzug eingeleitet wurde. 13 Wehren waren mit 220 Mann vertreten. 6 verdienstvolle Kameraden erhielten ein Ehrendiplom überreicht. Es waren dies: Johann Neubauer, Johann Goger, Franz Pieber Nr. 50, Franz Pieber Nr. 26, Franz Lipphart, Ferdinand Reichard.
Ein Auto aus amerikanischen Wehrmachtsveständen wurde gekauft und zu einem Löschfahrzeug umgebaut. Ein Anhänger wurde erworben, in dem die TS und die Schläuche untergebracht waren.

1950
Am 31. März tritt das neue Landesfeuerwehrgesetz in Kraft.

1952
Die vorerst beabsichtigte Bestellung von 10 Feuerwehrmützen durch Herrn Schwarzbauer nimmt die Feuerwehr nun selbst vor, da es die Feuerwehr Wörth mit ihrer Ehre als unvereinbar erachten würde, die Mützen von einem Menschen besorgen zu lassen, der den Hauptmann einen Lausbuben nannte. Kamerad Schwarzbauer wurde aus dem Verein ausgeschlossen.

1955
Am 15. 5. wird der 1. Bezirksfeuerwehrtag in Wörth abgehalten. Die Meldung an den Bezirkskommandanten: 42 Feuerwehren mit 516 Mann angetreten.

1966
Am 15.5. Abhaltung des 70jährigen Gründungsfestes.

1970
Bei den Neuwahlen wird neuerlich Bürgermeister Franz Harmtodt zum Kommandanten gewählt, sein Stellvertreter wird Alois Maierhofer. Im vergangenen Jahr wurden 2 Brände - bei Franz Zitz und Franz Wallner - bekämpft.

1971
Keine Brände, aber schwere Hochwassereinsätze.

1972
Einsatz beim Waldbrand des Grafen Kottulinsky.

1974
80jähriges Gründungsfest im Juni. Renovierung des Rästhauses. Eine Gruppe erringt das Leistungsabzeichen in Bronze beim Landesfeuerwehrtag in Mitterndorf.

1975
Neuerlich schwere Hochwässer (4 EInsätze); die Leistungsgruppe erwirbt das silberne Abzeichen biem Landesfeuerwehrtag in Graz.

1976
Bei Neuwahlen wird der gesamte Vorstand wiedergewählt.
Erstmals wird in der Wehr eine Jugendgruppe aufgestellt - 11 Jungfeuerwehrmänner werden aufgenommen und vom  Jugendwart Peter Sifkovits ausgebildet.

1977
Mitarbeit beim Festhallenbau; Brand bei Franz Schalk.

1978
Fertigstellung der Festhalle; Brandeinsatz beim Sägewerk hammermühle.

1980
Teilnahme an einer Suchaktion in Unterrohr (Mordfall Herbst).

1981
Bezirksfeuerwehrtag in Wörth - 450 Feuerwehrkameraden aus der Stermark und aus dem Burgenland nehmen tiel. Bei einer Schauübung wird eine Punpe aus dem Jahr 1915 samt Pferdegespann eingesetzt.
Abschnittsübung in Wörth biem Sägewerk Maierhofer - es nehmen insgesamt 10 Wehren mit 76 Mann daran teil.

1982
"Jahrhundert-Hochwasser" im Oktober; schwerste Schäden im ganzen Ortsgebiet, Dauereinsatz der Wehr (Auspumpen, Aufräumungsarbeiten); Renovierung des Rüsthauses.

1983
Der Bezirksfunkbewerb wird im Raum Wörth und Neudau ausgetragen.

1984
90jähriges Gründungsfest in der Festhalle; Abschluß einer Unfallversicherung für alle Kameraden im Einsatz.

1985
Brand beim Haus Erhard am 11.3., Behinderung der Einsatzkräfte durch 35 cm Neuschnee.
Kommandant Stelzer tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Enrico Schlemmer wird zum enuen Kommandanten der Wehr gewählt, sein Stellvertreter wird Josef Schlak jun.; der langjährige Kommandant Stelzer wird zum Ehren-HBI ernannt, ebenso wird Alois Maierhofer zum Ehren-OBI und Johann Müllner zum Ehren-Verwalter ernannt.

1991
Erstmals findet am Florianitag ein "Tag der offenen Tür" im Rüsthaus statt. Brandeinsatz in der ehemaligen Tischlerei Kober.
Die Gemeinde kauft ein Grundstück für einen eventuellen Rüsthausneubau an.

1992
Im Jänner wird das neue KLF in Dienst gestellt. Die feierliche Weihe des neuen Fahrzeuges findet im Rahmen eines Sommerfestes statt. Zu dieser Feier kann Kommandant Schlemmer zahlreiche Ehrengäste und Gastwehren begrüßen. Die Segnugng des Fahrzeuges nimmt Dechant Tieber vor - als Patinnen konnten 20 Frauen aus unserer Gemiende gewonnen werden.
Erstmals wird in Wörth das Bezirksfeuerwehrjugendlager veranstaltet.
Unter der Leitung von OBI Josef Schalk erreichte die Löschgruppe den hervorragenden 18. Platz beim Landesbewerb in Silber A in Stainach. Am 20. Dezember beschließt dei Gemeinde den Rüsthausneubau.

1993
Die Planung für das Rüsthaus wird abgeschlossen, ein Finanzplan von Land, Gemeinde und Feuerwehr erstellt. Die Gesamtkosten werden inklusive Eigenleistungen auf ca. 4,5 Millionen Schilling veranschlagt. Das neue Rüsthaus wird Stellplätze für die Fahrzeuge, Arbeitsräume und einen Schulungsraum, aber auch WC-Anlagen, Waschraum und Lagerraum aufweisen. Die ersten Angebote von Baufirmen werden eingeholt. Mit den Bauarbeiten soll Anfang 1994 begonnen werden.

Der Landeshauptmann der Steiermark, Dr. Josef Krainer, gibt sich die Ehre, im Rahmen des 1. Gesellschaftsabends für steirische Feuerwehrkommandanten zu einem Empfang am Samstag, dem 2. Oktober 1993, in die Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark einzuladen.

1994
Am 22. Februar erfolgt der Spatenstich beim neuen Rüsthaus. Die Bauarbeiten gehen unter der Bauaufsicht von HLM Josef Frey sen. und OLM Karl Taschner jun. zügig voran, sodaß am 6. Juli 1994 der letzte Dachziegel aufgesetzt wird.

1996
Fertigstellung und Umzug in das neue Rüsthaus. Das neue Rüsthaus wird in Anwesenheit von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic seiner Bestimmung übergeben.

1997
Ankauf eines gebrauchten TLF 2000 Steyr von der Feuerwehr Neusiedl am See im Burgenland.

In den folgenden Jahren erfolgte die Anschaffung von 3 Atemschutzgeräten, die Einrichtung von EDV und Internetanschluss

2004
110jährige Gründungsfeier

2006
Ein Mannschaftstransportfahrzeug, Renault Master, wird in Dienst gestellt und ersetzt den 37 Jahre alten Ford Transit.

2007
Kommandant Schlemmer tritt nach 22 Jahren von seinem Amt zurück, ebenso sein Stellvertreter Werner Hagen (seit 2002) - sein Nachfolger wird Josef Wilfing, dessen Stellvertreter Alfred Pieber.

2010
Der Bezirksjugendleistungsbewerb wird von der FF Wörth in Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband in Wörth duchgeführt. Über 300 Jugendliche aus dem Bezirk Hartberg, vielen steirischen Bezirken und aus dem Burgenland nehmen daran teil.

2011
Ankauf und Indienststellung eines neuen Tanklöschfahrzeugs - ein TLF Renault Midlum 2000 A ersetzt den über 30 Jahre alten TLF 2000 Steyr.